Epitalon, DSIP, SS-31, NAD+ und Endoluten werden oft unter Begriffen wie „Langlebigkeit” oder „Biohacking” zusammengefasst, aber es handelt sich dabei nicht um gleichwertige Verbindungen und sie beantworten nicht dieselben Forschungsfragen. Epitalon wurde hauptsächlich im Kontext der Telomerbiologie und der Zirbeldrüse untersucht, DSIP in der Schlafforschung, SS-31/Elamipretid im Kontext der mitochondrialen Funktion, NAD+ im Zellstoffwechsel und Endoluten als aus der Zirbeldrüse gewonnenes Peptidkomplex, für den die Evidenzbasis weitaus weniger eindeutig indexiert ist. [1–8]
Die breite Kategorie der „Langlebigkeitsverbindungen” kann wesentliche Unterschiede in Chemie, Wirkungsmechanismus, Evidenzqualität und Grad der klinischen Entwicklung verbergen. Epitalon ist ein definiertes Tetrapeptid Ala-Glu-Asp-Gly (AEDG). DSIP, oder Delta-Schlaf-induzierendes Peptid, ist ein Neuropeptid aus neun Aminosäuren mit der Sequenz Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu. SS-31, klinisch inzwischen häufiger als Elamipretid bezeichnet, ist ein mitochondriengesteuertes Tetrapeptid, das mit Cardiolipin in der inneren mitochondrialen Membran interagiert. NAD+ ist kein Peptid: Nicotinamidadenindinukleotid ist ein essentieller metabolischer Cofaktor, der an Redoxreaktionen, Energiestoffwechsel und Signalübertragung beteiligt ist. Endoluten wird in der Tradition der Khavinson-Produkte im Allgemeinen als ein aus der Zirbeldrüse stammender niedermolekularer Peptidkomplex beschrieben und nicht als einzelnes, chemisch definiertes Peptid. [1,6–9]
Diese Unterschiede haben erhebliche Konsequenzen für die Beweisinterpretation. Eine Schlafstudie mit DSIP kann nicht zur Bestätigung der Wirkung von Epitalon herangezogen werden. Die Untersuchung von Elamipretid bei mitochondrialen Erkrankungen kann nicht als Beweis für die Wirksamkeit eines allgemeinen „mitochondrialen Peptid-Stacks” angesehen werden. Humanstudien, die zeigen, dass Nicotinamid-Ribosid oder Nicotinamid-Mononukleotid den Spiegel NAD-bezogener Metaboliten erhöhen können, beweisen nicht, dass intravenöses NAD+ die Lebensdauer verlängert. Ebenso sollten Ergebnisse zu Epitalon oder dem älteren Zirbeldrüsenextrakt Epithalamin nicht automatisch Endoluten zugeschrieben werden, nur weil alle drei in zusammenhängenden Diskussionen über Zirbeldrüsenpeptide auftauchen.
Der sinnvollste Vergleich ist daher nicht die Frage, welches die „beste Langlebigkeitspeptid”-Verbindung ist, sondern welche biologische Frage bei den einzelnen Verbindungen tatsächlich untersucht wurde, welches Evidenzniveau vorliegt und ob diese Ergebnisse zu klinisch relevanten Effekten beim Menschen geführt haben.
Wie schlägt sich Epitalon im Vergleich zu DSIP?
Epitalon und DSIP sind strukturell und wissenschaftlich unterschiedliche Peptide. Epitalon ist ein Tetrapeptid AEDG, das hauptsächlich im Kontext der Telomerbiologie, der Zirbeldrüsenfunktion, von Melatonin, Chromatin und Alterungsmodellen untersucht wird, während DSIP ein Nonapeptid WAGGDASGE ist, das primär im Hinblick auf die Schlafphysiologie und neuroendokrine Effekte erforscht wird. DSIP war Gegenstand direkter Schlafforschungen am Menschen, obwohl die Ergebnisse begrenzt und inkonsistent waren. [1–5]
Epitalon besteht aus vier Aminosäuren – Ala-Glu-Asp-Gly – und leitet sich von Khavinsons Forschungsprogramm zu Zirbeldrüsenpeptiden ab. Zu den bekanntesten Nachweisen gehören Studien zu Telomerase und Telomeren in kultivierten menschlichen Zellen, zur altersbedingten Melatoninregulierung in Tier- und begrenzten Humanstudien, zu Auswirkungen auf das Chromatin in kultivierten Lymphozyten sowie zur Lebenserwartung oder tumorbezogenen Ergebnissen in Tiermodellen. [1,10–13] Die präklinische Literatur ist relativ umfangreich, aber moderne kontrollierte Daten zur Wirksamkeit beim Menschen bleiben begrenzt.
DSIP hat eine völlig andere Struktur und Forschungsgeschichte. Schoenenberger und Mitarbeiter identifizierten es bei Untersuchungen zu einem schlafinduzierenden Faktor bei Kaninchen als das Nonapeptid Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu, abgekürzt WAGGDASGE. [2] Der Begriff „delta sleep-inducing peptide” entstand aus frühen elektrophysiologischen Experimenten, bei denen diese Substanz mit der EEG-Aktivität von Langsamwellen, also Deltawellen, in Verbindung gebracht wurde.
Im Gegensatz zu vielen Forschungspeptiden, die derzeit in Langlebigkeits-Gemeinschaften diskutiert werden, wurde DSIP bereits vor einigen Jahrzehnten direkt am Menschen im Hinblick auf den Schlaf getestet. In einer doppelblinden Crossover-Studie aus dem Jahr 1981 mit sechs gesunden Freiwilligen war die intravenöse Verabreichung von DSIP mit einer Zunahme der Schlafdauer im Beobachtungszeitraum sowie mit einigen Veränderungen bei späteren nächtlichen Schlafesemessungen verbunden. [3]
Spätere Untersuchungen ließen das klinische Bild jedoch deutlich weniger überzeugend erscheinen. Eine doppelblinde Studie an 16 Personen mit chronischer Insomni zeigte eine etwas höhere Schlafeffizienz und eine kürzere Latenzzeit des Schlafes im Vergleich zu Placebo, aber die Forscher betonten, dass die statistisch signifikanten Veränderungen gering waren, teilweise auf Veränderungen in der Placebogruppe zurückzuführen waren und nicht von einer konsequenten Verbesserung anderer objektiver oder subjektiver Ergebnisse begleitet wurden. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die kurzfristige Anwendung von DSIP wahrscheinlich keinen nennenswerten therapeutischen Nutzen bei chronischer Insomnie bietet. [4]
In einer weiteren kontrollierten klinischen Studie wurde ebenfalls eine Zunahme der Gesamtschlafzeit und des NREM-Schlafs festgestellt, es wurde jedoch befunden, dass die beobachtete Verbesserung von geringer klinischer Bedeutung war, teilweise weil signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen bereits zu Beginn der Studie bestanden. [5]
Detaillierte Schlafergebnisse sind komplexer, als der Name des Peptids vermuten lässt. In einem frühen Schlaflosigkeitsexperiment mit sechs Personen zeigte sich der scheinbare schlaffördernde Effekt hauptsächlich in der zweiten Stunde, anstatt eine sofortige und vorhersehbare Sedierung zu bewirken. Spätere kontrollierte Studien zeigten, dass der Anstieg des NREM-Schlafs hauptsächlich auf eine Zunahme des Schlafs in Stadium 2 zurückzuführen war, während die Stadien 3 und 4 des Tiefschlafs sowie der REM-Schlaf nicht konsistent zunahmen. In einer Schlaflosigkeitsstudie mit 16 Personen gingen mäßige objektive Veränderungen nicht mit einer Verbesserung der subjektiven Schlafqualität einher. [3–5]
Dieser Unterschied zwischen objektiven und subjektiven Ergebnissen ist erheblich. Die Polysomnographie kann Veränderungen der Latenzzeit des Schlafs, der Schlafeffizienz, von Aufwachreaktionen und der Verteilung der Schlafstadien erfassen, aber eine statistisch messbare Veränderung bedeutet nicht notwendigerweise, dass der Schlaf als erholsamer empfunden wird oder sich die Funktion am Tage verbessert. Die historische Literatur zu DSIP hat keine nachhaltige Verbesserung moderner klinischer Endpunkte wie Schweregrad der Insomnie, Wachheit am Tage, Lebensqualität oder anhaltende Remission gezeigt.
Der Wirkungsmechanismus bleibt ebenfalls ungewiss. Die Existenz eines dedizierten DSIP-Rezeptors oder eines einzelnen Signalwegs wurde nicht bestätigt. Experimentelle Studien legen eine mögliche Modulation der GABA-ergigen, glutamatergigen, monoaminergigen Prozesse sowie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse nahe, jedoch stammt ein wesentlicher Teil dieser Beweise aus Studien an tierischem Gewebe, isolierten Neuronen oder spezialisierten neuroendokrinen Experimenten und nicht aus einer eindeutigen Rezeptorpharmakologie beim Menschen. [17]
Aussagen zur Halbwertszeit von DSIP erfordern ähnliche Vorsicht. Der oft wiederholte Wert von etwa 15 Minuten stammt aus In-vitro-Abbauuntersuchungen im Gehirngewebe und nicht aus einer validierten pharmakokinetischen Studie am menschlichen Plasma. Sie kann daher nicht verlässlich vorhersagen, wie schnell DSIP wirkt, wie lange die Wirkung anhält oder wie häufig eine Verabreichung erforderlich wäre.
Der Verabreichungsweg in klinischen Studien stellt eine weitere wichtige Einschränkung dar. Die wichtigsten Schlafstudien am Menschen verwendeten DSIP, das unter Aufsicht intravenös verabreicht wurde. Diese Studien bestimmen nicht die Bioverfügbarkeit, Wirksamkeit oder Sicherheit moderner subkutaner Injektionen, nasaler Sprays oder oralen Produkte. Es gibt keine direkten Vergleichsstudien am Menschen, die zeigen, dass die nasale oder subkutane Formulierung die nach der historischen intravenösen Verabreichung beobachtete Exposition oder die Schlafeffekte reproduziert.
Natives DSIP muss zudem von Phospho-DSIP unterschieden werden. Phospho-DSIP ist ein modifiziertes Analogon, das am Serinrest an Position 7 phosphoryliert ist. In Studien an Ratten wurden nach der Anwendung dieses Analogons Veränderungen des Slow-Wave-Schlafs sowie des paradoxen Schlafs, d. h. des REM-Schlafs, beobachtet, diese Ergebnisse können jedoch nicht automatisch auf das unmodifizierte DSIP übertragen oder auf klinische Effekte beim Menschen umgelegt werden.
Dies schafft eine ungewöhnliche Vergleichssituation. DSIP hat mehr direkte Schlaffolgenstudien am Menschen als Epitalon, aber diese Literatur ist alt, basiert auf kleinen Stichproben und liefert inkonsistente Ergebnisse. Die schlafbezogenen Beweise für Epitalon sind weniger direkt und konzentrieren sich mehr auf Melatonin und die Regulation des circadianen Rhythmus als auf polysomnographisch gemessene Ergebnisse bei Insomnie.
Es wäre daher nicht korrekt, Epitalon und DSIP als zwei Versionen desselben „Schlafpeptids” zu beschreiben. Ihre gemeinsamen Bereiche sind begrenzt und betreffen hauptsächlich das breitere Feld der neuroendokrinen Forschung und des zirkadianen Rhythms.
Beziehen sich Epitalon und DSIP auf dieselben Forschungsfragen?
Nur in einem begrenzten Umfang. Die DSIP-Forschung befasst sich eher mit direkten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Schlafarchitektur, der Latenzzeit des Schlafs, der EEG-Aktivität und der neurophysiologischen Regulierung, während sich die Epitalon-Forschung stärker auf die Funktion der Zirbeldrüse, Melatoninrhythmen, Telomerase, Genregulation und die Biologie des Alterns konzentriert. Beide Bereiche überschneiden sich hinsichtlich der Physiologie des circadianen Rhythmus, aber ihre experimentellen Hauptziele und Evidenzbasen unterscheiden sich erheblich. [1,3–5,14–16]
Der offensichtlichste gemeinsame Bereich ist die Biologie des Schlafs und des zirkadianen Rhythmus, obwohl selbst hier die gemessenen Ergebnisse unterschiedlich sind.
DSIP-Studien haben häufig tatsächliche Schlafparameter bewertet. In Studien am Menschen wurden objektive oder teilweise objektive Endpunkte wie Gesamtschlafzeit, Schlafeffizienz, Latenzzeit, NREM-Schlaf und andere polysomnografische Parameter verwendet. [3–5] Frühe Tierstudien bewerteten auch die EEG-Aktivität und einzelne Schlafstadien. Aus diesem Grund kann DSIP durchaus als ein Peptid mit einer direkten Historie der Schlafforschung bezeichnet werden, auch wenn klinische Beweise seine Wirksamkeit als moderne Behandlung von Insomniemedizin nicht bestätigt haben.
In diesen Studien verursachte DSIP kein einziges konsistentes Muster von Veränderungen der Schlafarmitektur. Einige frühe Experimente legten einen längeren oder weniger unterbrochenen Schlaf nahe, während spätere kontrollierte Studien schwache oder statistisch nicht signifikante Effekte zeigten. Wenn ein Anstieg des NREM-Schlafs beobachtet wurde, umfasste die Veränderung nicht konsequent einen tieferen Slow-Wave-Schlaf. Auch die Ergebnisse bezüglich des REM-Schlafs waren inkonsistent. Infolgedessen kann DSIP nicht zutreffend als eine Verbindung beschrieben werden, für die nachgewiesen ist, dass sie den „Tiefschlaf” verlängert, ein bestimmtes Schlafstadium wiederherstellt oder wie ein herkömmliches Schlafmittel wirkt. [3–5]
Epitalon-Studien nähern sich dem Thema Schlaf in der Regel auf einer frühesten Regulierungsebene. In Studien an älteren Rhesusaffen wurden Veränderungen des nächtlichen oder abendlichen Melatoninspiegels sowie bestimmter Aspekte des zirkadianen Cortiskolrhythmus nach Epithalon-Exposition festgestellt. [14] In einer Studie an Ratten-Pinealozyten wurde eine erhöhte Expression oder Aktivierung molekularer Elemente, die an der Melatonsynthese beteiligt sind, zusammen mit einer gesteigerten Melatoninproduktion in der Kultur festgestellt. [15]
Die Literatur zum Epitalon enthält jedoch auch widersprüchliche Ergebnisse. Djeridane und Mitarbeiter untersuchten isolierte Zirbeldrüsen junger und alter Ratsche und stellten nach Exposition gegenüber AEDG keinen signifikanten Anstieg der basalen oder stimulierten Melatoninausschüttung fest. [16] Aus diesem Grund ist es nicht angebracht, Epitalon einfach als eine zuverlässige Verbindung zu beschreiben, die das Melatonin erhöht.
Wichtiger noch ist, dass die Melatoninkonzentration nicht dasselbe Resultat ist wie die Schlafqualität. Die Literatur über Epitalon bestätigt beim Menschen keine signifikante Verbesserung hinsichtlich:
Schlafeffizienz;
Zunahme der Schlaflosigkeit;
snu REM;
Tiefschlafs oder langsamen Wellenschlafs;
der Gesamtschlafzeit;
nächtlichen Aufwachens; weder
Funktionieren tagsüber infolge eines besseren Schlafs.
Im Vergleich dazu maßen DSIP-Studien einige dieser Schlafparameter direkt, obwohl die Ergebnisse nicht durchgehend klinisch signifikant waren.
Die jeweiligen Forschungsprofile unterscheiden sich noch stärker. Epitalon wurde an menschlichen Zellen in Bezug auf Telomerase und Telomerlänge untersucht, während die Telomererhaltung kein charakteristischer Forschungsbereich von DSIP ist. DSIP verfügt über eine breitere historische neurophysiologische Literatur zur Neurotransmission, Stressreaktion, Hormonregulation und zu Modellen im Zusammenhang mit Entzugssyndromen, aber diese Ergebnisse stützen seine Wirkung als geroprotektive Verbindung nicht. [17]
Die neuroendokrine Literatur umfasst Experimente zu ACTH, Cortisol, Corticosteron und Reaktionen auf stressbezogene Reize. Diese Ergebnisse legen nahe, dass DSIP unter bestimmten experimentellen Bedingungen die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse beeinflussen kann, beweisen jedoch nicht, dass es den Cortisolspiegel beim Menschen zuverlässig senkt. Ähnlich verhält es sich mit den vorgeschlagenen Wirkungen, die GABA, Glutamat, NMDA-Signale, Serotonin oder opioide Systeme betreffen: Sie bleiben mechanistische Beobachtungen und sind kein Beweis für einen einzigen, konsistenten therapeutischen Mechanismus. [17]
Die Sicherheitsnachweise sind ebenfalls zu begrenzt, um Behauptungen über die Anwendung zur Langlebigkeit zu stützen. Die historische Exposition beim Menschen war von kurzer Dauer und umfasste hauptsächlich die intravenöse Verabreichung. Unter einigen klinischen Bedingungen wurden vorübergehende Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwitzen und Hypotonie berichtet, während in einigen kleinen Schlafstudien nur wenige oder gar keine Nebenwirkungen gemeldet wurden. Diese Ergebnisse stützen nicht die langfristige Sicherheit und berücksichtigen nicht die zusätzlichen Risiken in Bezug auf Identität, Reinheit, Sterilität, Endotoxine und Verunreinigungen bei nicht zugelassenen Prüfpräparaten.
Epitalon lässt sich daher treffender als ein Forschungspeptid charakterisieren, das mit Alterung, Zirbeldrüse und Telomeren in Verbindung steht, mit gewissen Überschneidungen zur Erforschung des zirkadianen Rhythmus, während DSIP in erster Linie ein Forschungspeptid im Zusammenhang mit Schlaf und Neuroregulation ist, das später in die Diskussion über Langlebigkeit einbezogen wurde.
Eine detailliertere Besprechung von Epitalon und der Biologie des zirkadianen Rhythmus findet sich in dem Artikel Epitalon Sleep Research: Melatonin, Circadian Rhythm and Timing.
Wie schneidet Epitalon im Vergleich zu SS-31 ab?
Epitalon und SS-31 betreffen im Wesentlichen völlig unterschiedliche Bereiche der Biologie. Epitalon wird hauptsächlich im Kontext von Telomeren, der Zirbeldrüse und Alterungswegen untersucht, während SS-31 – Elamipretid – ein mitochondriengezieltes Tetrapeptid ist, das mit Cardiolipin interagiert und zahlreiche klinische Studien am Menschen durchlaufen hat. Elamipretid verfügt derzeit über eine beschleunigte FDA-Zulassung für eine spezifische mitochondriale Erkrankung und nicht für allgemeine Langlebigkeit. [1,6,18–23]
SS-31 ist auch als Elamipretid bekannt und wurde früher als Bendavia oder MTP-131 bezeichnet. Obwohl sowohl Epitalon als auch SS-31 Tetrapeptide sind, stellt die gemeinsame Anzahl an Aminosäuren nahezu die gesamte Bandbreite ihrer Ähnlichkeit dar.
Elamipretid wurde auf der Grundlage der Mitochondrienbiologie entwickelt. Mechanistische Studien zeigten Wechselwirkungen mit Cardiolipin, einem Phospholipid, das in der inneren mitochondrialen Membran konzentriert ist. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass SS-31 unter geeigneten experimentellen Bedingungen die Wechselwirkung von Cytochrom c mit Cardiolipin beeinflussen, die Funktion des Elektronentransports erhalten und die Effizienz der mitochondrialen ATP-Synthese verbessern kann. [18]
Epitalon wurde gelegentlich im Zusammenhang mit oxidativem Stress und mitochondrialen Funktionen diskutiert, aber die mitochondriale Cardiolipin ist nicht sein mechanistisches Hauptziel. Sein Forschungsprogramm konzentriert sich stattdessen auf Telomerase, Chromatin, Melatonin, die Physiologie des Alterns und transkriptionsbezogene Mechanismen. [1]
Der Unterschied in der klinischen Entwicklung ist noch größer.
Elamipretid wurde in randomisierten kontrollierten Studien am Menschen bei mehreren verschiedenen Krankheitsbildern untersucht. Eine Studie mit ansteigenden Dosierungen bei Erwachsenen mit primärer mitochondrialer Myopathie zeigte nach kurzzeitiger Behandlung eine dosisabhängige Verbesserung der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest, obwohl sich einige andere Ergebnisse nicht signifikant unterschieden und die Autoren größere Studien für erforderlich hielten. [19]
Eine spätere randomisierte Crossover-Studie zur primären mitochondrialen Myopathie zeigte keinen konsistenten Nutzen in einem breiteren klinischen Programm, was zeigt, dass selbst ein auf einen spezifischen Mechanismus ausgerichtetes mitochondriales Medikament gemischte klinische Ergebnisse liefern kann. [20]
Unter Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion wurden in der Phase-2-Studie PROGRESS-HF 71 Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder Placebo oder einer von zwei Dosierungen von Elamipretide für die Dauer von 28 Tagen zugeteilt. Elamipretide wurde gut vertragen, verbesserte jedoch den primären strukturellen Endpunkt bezüglich des linken Ventrikels im Vergleich zu Placebo nicht signifikant. [21]
Andere Studien am Menschen erbrachten vielversprechendere mechanistische Ergebnisse. Unter 39 älteren Menschen, die aufgrund einer verminderten mitochondrialen Funktion ausgewählt worden waren, zeigte eine randomisierte, doppelblinde Studie, dass eine einzige Exposition gegenüber Elamipretid im Vergleich zu Placebo einen Parameter der Fähigkeit von Skelettmuskelmitochondrien zur ATP-Produktion erhöhte. [22]
Eine wichtige regulatorische Entwicklung fand im September 2025 statt, als die FDA Forzinity (Elamipretid) zur beschleunigten Zulassung beim Barth-Syndrom bei Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg verhalf. Das Barth-Syndrom ist eine seltene mitochondriale Erkrankung, die mit einem abnormalen Cardiolipin-Stoffwechsel verbunden ist. Die Zulassung stützte sich auf ein sehr kleines klinisches Programm und erfordert Bestätigungsdaten; sie sollte nicht als FDA-Zulassung für Elamipretid im Kontext von Alterung oder Langlebigkeit interpretiert werden.
Dies verleiht SS-31/Elamipretide im Bereich mitochondrialer Erkrankungen ein deutlich fortgeschritteneres Profil der klinischen Entwicklung am Menschen als Epitalon. Dies bestätigt Elamipretide jedoch nicht als ein Medikament zur Verlängerung des menschlichen Lebens.
Der Unterschied lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Epitalon → Telomer-/Zirbeldrüsen-/Alterungsforschung
SS-31/Elamipretid → Untersuchungen zur mitochondrialen Cardiolipin und Bioenergetik
Keine dieser Evidenzbasen bestätigt eine allgemeine Verlängerung des menschlichen Lebens.
Wie schneidet Epitalon im Vergleich zu NAD+ ab?
Epitalon und NAD+ sind grundlegend verschiedene Verbindungen: Epitalon ist ein synthetisches Tetrapeptid, das experimentell in der Telomer- und Zirbeldrüsenbiologie untersucht wird, während NAD+ ein endogenes Dinukleotid ist, das für zelluläre Redoxreaktionen, den Energiestoffwechsel und die Signalübertragung unerlässlich ist. Auf NAD ausgerichtete Strategien verfügen über eine weitaus umfangreichere moderne humanmedizinische Forschungsliteratur, insbesondere im Fall von NR und NMN, aber die nachgewiesenen Anti-Aging-Vorteile bleiben begrenzt. [1,7,24–27]
Der erste wichtige Unterschied ist die chemische Struktur: NAD+ ist kein Peptid.
Nicotinamidadenindinukleotid ist ein zelluläres Coenzym, das am Elektronentransport und Energiestoffwechsel beteiligt ist. Es dient auch als Substrat für Enzyme wie Sirtuine, PARP und Prozesse im Zusammenhang mit CD38, wodurch der NAD-Stoffwechsel mit DNA-Reparatur, Stressreaktionen, Stoffwechsel und der Biologie des Alterns verknüpft wird.
Dies schafft eine gewisse konzeptionelle Ähnlichkeit mit Epitalon, da beide Verbindungen im Zusammenhang mit der Zellalterung diskutiert werden, aber ihre zugrunde liegenden Mechanismen sind sehr unterschiedlich.
Die bekanntesten mechanistischen Ergebnisse zu Epitalon umfassen die Aktivierung der Telomerase oder die Verlängerung von Telomeren in menschlichen Zellen, Beobachtungen im Zusammenhang mit Melatonin, Chromatinveränderungen und Hypothesen zur Genregulaion. [10–13]
Die NAD+-orientierte Alternsforschung konzentriert sich stärker auf den zellulären Energiestoffwechsel und die metabolische Signalübertragung. Präklinische Studien haben wiederholt gezeigt, dass eine Erhöhung der NAD-Verfügbarkeit die mitochondriale Funktion, den Glukose- und Lipidstoffwechsel, die Entzündungssignalisierung sowie die mit dem Altern verbundene Physiologie beeinflussen kann. Die Übertragung dieser Ergebnisse auf Effekte beim Menschen war jedoch deutlich weniger spektakulär. [24–27]
Die Hauptquelle für Missverständnisse ist die Tatsache, dass NAD+, NR und NMN selbst keine austauschbaren Interventionen sind.
Die Mehrheit der modernen klinischen Humanaten betrifft Vorläufer – Nicotinamidribosid und Nicotinamidmononukleotid – und nicht intravenös verabreichtes NAD+ selbst. Humanstudien haben wiederholt gezeigt, dass orales NR oder NMN den Spiegel von NAD-bezogenen Metaboliten im Blut und in einigen Geweben erhöhen kann, was eine deutliche Wirkung auf das biochemische Ziel bestätigt. [24–27]
Die Evidenz für wesentliche funktionelle Effekte ist deutlich weniger konsistent.
Ein 2025 in Nature Metabolism veröffentlichter Übersichtsartikel stellte fest, dass die NAD-Präkursorsupplementierung zwar durch präklinische Studien stark untermauert wird, die klinische Wirksamkeit im Hinblick auf gesundes Altern jedoch bisher begrenzt ist und die Ergebnisse beim Menschen spärlich und gewebsspezifisch sind. [24]
In einer systematischen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 wurden 113 Studien bewertet, darunter 33 Interventionen am Menschen. Es wurde festgestellt, dass die orale Verabreichung von NR und NMN die NAD-bezogenen Biomarker im Allgemeinen erhöhte und über kurze bis mittlere Zeiträume relativ gut verträglich war. Die Auswirkungen auf funktionelle, vaskuläre, metabolische und andere mit der gesunden Lebenserwartung zusammenhängende Endpunkte waren jedoch heterogen und oft null oder auf bestimmte Endpunkte beschränkt. In der Übersichtsarbeit wurden keine geeigneten Studien zu den Ergebnissen von intravenös oder intramuskulär verabreichtem NAD+ selbst im Rahmen von Anti-Aging- oder Wellness-Anwendungen identifiziert. [25]
Die Feststellung, dass „NAD+ stärkere Beweise beim Menschen hat als Epitalon”, bedarf daher einer Präzisierung.
Es lässt sich begründet feststellen, dass die auf NAD ausgerichtete Biologie, insbesondere die Supplementierung von NR und NMN, in einer größeren Anzahl moderner randomisierter Humanstudien untersucht wurde.
Es ist hingegen nicht korrekt zu behaupten, dass nachgewiesen wurde, dass NAD+ die Alterung verlangsamt oder das menschliche Leben verlängert.
Beide Verbindungen konzentrieren sich auch auf unterschiedliche Endpunkte. Epitalon verfügt über direktere experimentelle Beweise in Bezug auf die Erhaltung der Telomere, während NAD+-Vorläufer mehr Humanbiomarker-Forschung im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel und NAD aufweisen. Keines von beiden hat eine Verlängerung der menschlichen Lebensdauer gezeigt.
Ein detaillierterer Vergleich zwischen NAD-bezogenen Verbindungen und peptidbasierten Ansätzen findet sich im direkt verwandten Artikel NAD+ vs Other Longevity Compounds.
Wie schneidet Epitalon im Vergleich zu Endoluten ab?
Epitalon ist ein chemisch definiertes synthetisches Tetrapeptid AEDG mit identifizierbarer begutachteter Literatur, während Endoluten im Allgemeinen als ein aus der Zirbeldrüse stammender niedermolekularer Peptidkomplex und nicht als ein einzelnes definiertes Molekül beschrieben wird. Direkte, von Fachleuten begutachtete Beweise, die speziell unter dem Namen Endoluten indexiert sind, sind begrenzt, weshalb Ergebnisse zu Epitalon oder Epithalamin nicht automatisch Endoluten zugeschrieben werden sollten.
Dieser Vergleich erfordert besondere Vorsicht, da Endoluten, Epitalon und Epithalamin in Internetmaterialien häufig gleichgesetzt werden.
Epitalon ist chemisch eindeutig. Es handelt sich um Ala-Glu-Asp-Gly, also AEDG, und seine Identität kann anhand der Sequenz und der Molekularanalyse bestimmt werden. AEDG wurde auf der Grundlage von Forschungen entwickelt, die ein älteres Epiphysenpräparat namens Epithalamin umfassten, und anschließend innerhalb des Epiphysen-Polypeptidkomplexes identifiziert. [1,28]
Epithalamin ist etwas anderes. Es handelt sich um ein komplexes Peptidpräparat aus der Rinderzirbeldrüse und nicht um ein einziges definiertes Molekül aus vier Aminosäuren. Viele ältere gerontologische und endokrinologische Studienergebnisse am Menschen, die allgemein mit „Zirbeldrüsenpeptiden” in Verbindung gebracht werden, beziehen sich tatsächlich auf Epithalamin und nicht auf Epitalon.
Endoluten führt eine zusätzliche Ebene der Unsicherheit ein. Der Handelsname wird in Bezug auf einen aus der Zirbeldrüse stammenden Peptidkomplex verwendet, aber gezielte Recherchen in PubMed identifizierten keine vergleichbare Basis an indizierten, begutachteten Primärpublikationen, die speziell „Endoluten” als separat charakterisierte Intervention untersuchen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da drei separate Behauptungen oft so behandelt werden, als wären sie äquivalent:
Epithalamin beeinflusste das Ergebnis von X.
AEDG/Epitalon hat das Ergebnis von X beeinflusst.
Daher muss Endoluten das Ergebnis von X beeinflussen.
Ein solcher Schluss ist wissenschaftlich nicht begründet, es sei denn, das Präparat Endoluten selbst wurde charakterisiert und direkt untersucht.
Dasselbe gilt für Aussagen im Zusammenhang mit Melatonin. Für Epitalon gibt es Tier-, Primaten- und begrenzte Humandaten im Zusammenhang mit Melatonin. Epithalamin verfügt über eine eigene historische endokrinologische Literatur. Dies beweist nicht, dass das kommerzielle Präparat Endoluten eine äquivalente Peptidexposition gewährleistet, dasselbe Gewebe erreicht oder dieselbe biologische Wirkung reproduziert.
Eine verlässliche Evidenzbasis für Endoluten sollte idealerweise Folgendes definieren:
Peptidzusammensetzung des Präparats;
Chargenkonsistenz;
Identität und Menge der einzelnen aktiven Peptide;
Pharmakokinetik bei oraler oder anderen Verabreichungswegen;
Gelangen intakte Peptide in den Systemkreislauf?;
Ergebnisse kontrollierter klinischer Studien am Menschen; sowie
Langzeitsicherheit.
Ohne diese Daten lässt sich Endoluten am besten als ein assoziierter Komplex von Epiphysenpeptiden beschreiben, für den es deutlich weniger direkt zuordnungsfähige begutachtete (peer-reviewed) Belege gibt als für das chemisch definierte AEDG-Epitalon.
Wurden irgendwelche dieser Verbindungen direkt untersucht?
Es wurden keine belastbaren, peer-reviewed Studien zu festen Kombinationen von Epitalon mit DSIP, SS-31, NAD+ oder Endoluten identifiziert. Jede dieser Verbindungen wurde weitgehend im Rahmen ihres eigenen Forschungsprogramms untersucht, sodass Behauptungen, die Kombinationen seien synergistisch, sicherer, wirksamer oder besser für die Langlebigkeit, nicht durch die einfache Addition der vorgeschlagenen Mechanismen der einzelnen Verbindungen bestätigt werden können.
Dies ist besonders wichtig bei Suchanfragen wie „Epithalon + DSIP”, „Epitalon DSIP stack”, „Epitalon and SS-31” oder Kombinationen aus Peptiden und NAD+.
Eine Suchanfrage mag zwar auf ein Markt- oder Nutzerinteresse hindeuten, beweist jedoch nicht, dass die Kombination jemals wissenschaftlich evaluiert wurde.
Bei Epitalon und DSIP ergibt sich die theoretische Begründung meist aus ihrer Überschneidung im Bereich der Biologie des zirkadianen Rhythmus. Epitalon steht im Zusammenhang mit der Epiphysen- und Melatoninforschung, während DSIP direkte historische Schlafforschung aufweist. Dies beweist nicht, dass ihre Kombination den Schlaf stärker verbessert als jeder dieser Wirkstoffe einzeln angewendet.
Es gibt keine festgelegte Untersuchung, die zeigt:
Epitalon allein im Vergleich zu DSIP allein;
beide Peptide zusammen angewendet;
eine entsprechend angepasste Placebokontrolle;
Polisomnographie-Ergebnisse;
Pharmakokinetische Wechselwirkungen; weder
Verbindungssicherheit.
Ebenso mag die Kombination von Epitalon und SS-31 konzeptionell attraktiv erscheinen, da eine Verbindung im Kontext der breiteren Biologie des Alterns beworben wird, während die andere einen direkten mitochondrialen Mechanismus aufweist. Es gibt jedoch keine direkten Beweise dafür, dass AEDG die mitochondrialen Wirkungen von Elamipretid verstärkt oder dass Elamipretid die mit Telomeren verbundenen Wirkungen von Epitalon erhöht.
Dasselbe Prinzip gilt für NAD+.
Mitochondrien, der NAD-Stoffwechsel und die Erhaltung der Telomere sind an der Biologie des Alterns beteiligt, aber die biologischen Wege sind auf eine Weise miteinander verknüpft, die additiv, redundant, kompensatorisch oder antagonistisch sein kann. Mechanistische Komplementarität ist eine Hypothese, kein Beweis für Synergie.
Ein verlässliches Experiment zur Kombination müsste jede Intervention separat mit ihrer Kombination unter denselben experimentellen Bedingungen vergleichen. Zum Beispiel sollte eine Epitalon-DSIP-Studie im Idealfall eine Kontrollgruppe, Epitalon allein, DSIP allein und die Kombinationsbehandlung mit vorab festgelegten Ergebnissen bezüglich des Schlafs oder des zirkadianen Rhythmus umfassen. Ähnliche faktorielle Designs wären für Epitalon mit Elamipretid oder Epitalon mit einer auf NAD ausgerichteten Intervention erforderlich.
Endoluten stellt eine zusätzliche Schwierigkeit dar, da es sich selbst um eine komplexe Mischung und nicht um eine einzige, vollständig charakterisierte molekulare Entität handelt. Die Kombination eines definierten Peptids mit einem schwach charakterisierten Peptidkomplex erschwert die Zuordnung biologischer Wirkungen zusätzlich.
Daher erfordern Aussagen wie „Epitalon und DSIP wirken synergistisch”, „SS-31 ergänzt den Langlebigkeits-Stack von Epitalon” oder „die Zugabe von NAD+ verstärkt die Anti-Aging-Wirkung von Epitalon” direkte Beweise, die derzeit fehlen.
Welche Verbindung hat die stärkste Evidenz beim Menschen für die jeweiligen Ergebnisse?
Keine einzelne Verbindung weist bei allen mit Langlebigkeit zusammenhängenden Endpunkten die stärksten Beweise auf. DSIP verfügt über die direktesten historischen menschlichen Schlafdokumente, Elamipretid hat die stärksten klinischen Beweise bei mitochondrialen Erkrankungen, NAD-Vorläufer haben die umfangreichste moderne Literatur zu menschlichen Biomarkern, und Epitalon weist charakteristische, von menschlichen Zellstudien stammende Telomer-Beweise auf. Keine von ihnen hat eine Verlängerung der menschlichen Lebensspanne gezeigt.
Die Antwort ändert sich je nach gemessenem Ergebnis.
Sie
Bei direkten Messungen des menschlichen Schlafs weist DSIP unter diesen Verbindungen die eindeutigsten Belege auf, da in kontrollierten Studien die Latenzzeit des Schlafs, die Schlafeffizienz, der NREM-Schlaf und damit verbundene Ergebnisse nach der Verabreichung von DSIP bewertet wurden. [3–5]
Dennoch ist der Begriff „stärkste” in diesem Zusammenhang nicht mit „stark” gleichzusetzen. Die Studien waren klein und alt, und spätere Analysen zeigten, dass die beobachteten klinischen Effekte schwach oder von begrenzter therapeutischer Bedeutung waren.
Epitalon hat mehr Belege im Zusammenhang mit Melatonin und der endokrinologischen Physiologie des zirkadianen Rhythmus, aber weniger direkte Daten zur Schlafqualität beim Menschen.
Melatonin und die Alterung der Zirbeldrüse
Epitalon verfügt über passendere experimentelle Literatur, insbesondere in Bezug auf ältere Affen und Studien an Zirbeldrüsenzellen. [14–16] Einige ältere Studien am Menschen berichteten ebenfalls über Veränderungen des nächtlichen Melatoninspiegels bei älteren Personen, obwohl die in den Zusammenfassungen verfügbaren methodischen Details begrenzt sind.
DSIP sollte nicht allein aufgrund seiner Verbindung mit dem Schlaf automatisch als Melatoninpeptid eingestuft werden.
Telomerase und Telomererhaltung
Epitalon hat die stärksten direkten Beweise in dieser Gruppe, mit dem wichtigen Vorbehalt, dass die stärksten Ergebnisse aus In-vitro-Studien an menschlichen Zellen und nicht aus kontrollierten Behandlungsstudien am Menschen stammen.
In einem Experiment an Fibroblasten aus dem Jahr 2003 wurde eine Aktivierung der Telomerase und eine Verlängerung der Telomere beobachtet, während eine Studie von Al-Dulaimi aus dem Jahr 2025 die mit Telomeren verbundenen Effekte in normalen und tumorösen menschlichen Zelllinien unter Verwendung modernerer molekularer Methoden reproduzierte. [10,11]
Es gibt nach wie vor keine kontrollierten klinischen Beweise, die eine signifikante Telomerverlängerung beim Menschen nach der Anwendung von Epitalon zeigen.
Mitochondriale Bioenergetik
Elamipretid/SS-31 hat definitiv die stärksten direkten Beweise beim Menschen.
Studien am Menschen untersuchten die mitochondriale ATP-Produktionskapazität, die Belastungstoleranz, kardiale Ergebnisse und klinische Endpunkte bei primären mitochondrialen Erkrankungen. [19–23]
Am wichtigsten ist, dass Elamipretide im Jahr 2025 von der FDA im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens für eine bestimmte Untergruppe von Patienten mit Barth-Syndrom zugelassen wurde.
Diese Zulassung ist krankheitsspezifisch. Sie bestätigt keine Rolle bei gesundem Altern, der allgemeinen Stärkung der mitochondrialen Funktion oder der Verlängerung der Lebensdauer.
NAD-Stoffwechsel
NAD-fokussierte Ansätze weisen die stärksten Evidenzen beim Menschen hinsichtlich der direkten Veränderung von NAD-assoziierten Biomarkern auf.
Zahlreiche Studien zu NR und NMN am Menschen zeigen eine Wirkung auf das biochemische Ziel, insbesondere einen Anstieg von NAD-bezogenen Metaboliten im Blut. [24–27]
Es bleibt jedoch eine Lücke zwischen der Veränderung eines Biomarkers und der Verbesserung der gesunden Lebenserwartung. Die funktionellen Ergebnisse bleiben inkonsistent, weshalb die neuesten Übersichtsarbeiten die Anti-Aging-Wirksamkeit beim Menschen nach wie vor als nicht bewiesen bezeichnen.
Menschliche Langlebigkeit
Hinsichtlich einer tatsächlichen Verlängerung der menschlichen Lebensspanne gibt es für keine dieser Verbindungen überzeugende Beweise.
Epitalon hat Langlebigkeitsstudien an Tieren, aber in einigen Modellen bezogen sich die Effekte hauptsächlich auf die maximale Überlebensdauer oder das Überleben im späten Leben und nicht auf die durchschnittliche Lebenserwartung, während andere Modelle begrenzte Effekte zeigten.
NAD-Vorläufer haben eine umfangreiche Basis gerontologischer Tierstudien, aber eine Verlängerung der menschlichen Lebensspanne wurde nicht nachgewiesen.
Elamipretide verfügt über ein fortgeschrittenes, krankheitsspezifisches klinisches Entwicklungsprogramm, aber es wurde keine Langlebigkeitsstudie durchgeführt, die ein längeres Leben gesunder Menschen nachweist.
DSIP hat eine Geschichte der Schlafforschung, aber keine Beweise bezüglich der Lebensdauer.
Endoluten verfügt über keine ausreichend klar indexierte Evidenzbasis, um eine Wirkung auf die Langlebigkeit beim Menschen zu bestätigen.
Beweismittelvergleich im Überblick
| Forschungsbereich | Epitalon | DSIP | SS-31 / Elamipretid | NAD+ / Vorläufer | Endoluten |
|---|---|---|---|---|---|
| Chemisches Symbol | Tetrapeptid AEDG | Nonapeptid WAGGDASGE | Mitochondriagesteuertes Tetrapeptid | Dinukleotid/Cofaktor; ist kein Peptid | Epiphysen-Peptidkomplex |
| Direkte Schlafforschung am Menschen | Sehr begrenzt | Ja, ein paar kleinere, ältere Studien | Es ist kein Hauptforschungsgebiet | Eingeschränkt/nachrangig | Es wurden keine belastbaren indizierten Beweise identifiziert |
| Untersuchungen zu Melatonin und dem zirkadianen Rhythmus | Ja | Eine gewisse Überschneidung im neuroendokrinen Bereich | Es ist kein Hauptgebiet | Indirekte metabolische Verbindung | Die erklärte Verbindung, direkt zuordnungsbare Beweise sind unklar |
| Telomerforschung in menschlichen Zellen | Ja | Es wurde nicht festgelegt | Es ist kein Hauptmechanismus | Es ist kein Hauptmechanismus | Es wurde nicht festgelegt |
| Mitochondriale Untersuchungen beim Menschen | Kein großes direktes Programm | Nicht | Ja | Zahlreiche Stoffwechselstudien, hauptsächlich von Vorläufern | Es wurde nicht festgelegt |
| Von der FDA zugelassene medizinische Indikation | Nicht | Nicht | Ja, eine konkrete Indikation beim Barth-Syndrom | NAD-Präkursoren haben unterschiedliche regulatorische Kategorien; keine Anti-Aging-Zulassung | Keine festgestellte Zulassung als Arzneimittel |
| Moderne randomisierte Studien am Menschen | Sehr begrenzt | Ältere, kleinere Studien | Zahlreich | Zahlreich für NR/NMN | Es wurde kein vergleichbares indiziertes Programm identifiziert. |
| Nachgewiesene Anti-Aging-Wirkung beim Menschen | Nicht | Nicht | Nicht | Nicht | Nicht |
| Bewiesene Verlängerung des menschlichen Lebens | Nicht | Nicht | Nicht | Nicht | Nicht |
| Direkte Beweise für die Verbindung zu Epitalon | — | Es wurde nicht festgelegt | Es wurde nicht festgelegt | Es wurde nicht festgelegt | Es wurde nicht festgelegt |
Die Tabelle zeigt, warum die Einstufung dieser Verbindungen, als ob sie um dasselbe Ergebnis konkurrieren würden, zu falschen Schlussfolgerungen führen kann.
Welche Verbindung hat insgesamt die stärksten Beweise beim Menschen?
Wenn „die stärksten Evidenzen beim Menschen” das fortschwittlichste konventionelle klinische Entwicklungsprogramm bedeuten, sticht Elamipretid deutlich hervor. Es hat Phase-2- und Phase-2/3-Studien durchlaufen, verfügt über langfristige Beobachtungsdaten von Menschen mit einer seltenen mitochondrialen Erkrankung und erhielt im Jahr 2025 die beschleunigte FDA-Zulassung beim Barth-Syndrom. [19–23]
Das bedeutet nicht, dass es sich um die stärkste Intervention im Zusammenhang mit Langlebigkeit handelt. Die stärksten Belege dafür beziehen sich auf eine spezifische mitochondriale Erkrankung und nicht auf die Verlangsamung des normalen Alterns.
Wenn es um den Nachweis metabolischer Biomarker beim Menschen geht, verfügen NAD-Vorläufer wie NR und NMN über die größte aktuelle klinische Studienbasis. Übersichtsarbeiten umfassen mittlerweile Dutzende von Humanstudien, und wiederholte Belege zeigen, dass mit NAD zusammenhängende Biomarker erhöht werden können. [24–27] Die Ungewissheit besteht darin, ob sich die Veränderungen dieser Biomarker konsequent in eine signifikante Verbesserung der 건강spanne (Gesundheitsspanne) niederschlagen.
Was den Schlaf betrifft, so gibt es beim DSIP mehr direkte Studien am Menschen als beim Epitalon, obwohl diese Evidenz nach modernen klinischen Standards wesentlich schwächer ist. [3–5]
Der scheinbare Vorteil betrifft die Unmittelbarkeit der Messungen und nicht den Nachweis der Wirksamkeit. DSIP-Studien bewerteten den Schlaf selbst, waren jedoch klein, nutzten historische intravenöse Protokolle und lieferten widersprüchliche objektive und subjektive Ergebnisse. Sie bestimmen keine verlässliche Zeit bis zum Einsetzen der Wirkung, bestätigen nicht die Wirksamkeit eines modernen intranasalen oder subkutanen Produkts und unterstützen auch nicht die langfristige Anwendung bei Insomnie.
Im Hinblick auf die Telomerbiologie gibt es bei Epitalon direktere experimentelle Beweise, aber die stärksten relevanten Ergebnisse bleiben zellulär statt klinisch. [10,11]
Bei Endolutenu besteht das Hauptproblem in der Zuordnung von Belegen. Ohne einen klar indizierten Satz begutachteter klinischer Studien, die spezifisch für Endoluten sind, sowie eine detaillierte molekulare Charakterisierung sollten aus Studien zu Epitalon oder Epithalamin stammende Behauptungen nicht als direkte Beweise für Endoluten angesehen werden.
Bedeuten stärkere mechanistische Beweise bessere Beweise für Langlebigkeit?
Nein. Eine Verbindung kann einen klar nachgewiesenen biologischen Mechanismus aufweisen, ohne gleichzeitig einen Einfluss auf die Alterung oder die menschliche Lebensspanne zu zeigen. Telomerlänge, mitochondriale ATP-Produktion, NAD-Spiegel, Melatoninrhythmen und die Schlaffarchitektur sind verschiedene intermediäre Endpunkte, und die Veränderung eines Biomarkers bedeutet nicht automatisch eine Verlängerung des menschlichen Lebens oder eine Verlangsamung der Alterung.
Diese Regel ist entscheidend beim Vergleich von Langlebigkeitsverbindungen.
Elamipretide ist ein klares Beispiel. Das Peptid verfügt über einen gut entwickelten mitochondrialen Mechanismus, der Cardiolipin einbezieht, und hat beim Menschen messbare Auswirkungen auf die mitochondriale Bioenergetik gezeigt. [18,22] Seine klinische Entwicklung ist zudem weit genug fortgeschritten, dass es eine behördliche Zulassung für eine spezifische Erkrankung erhalten hat. Keine dieser Tatsachen beweist eine Verlängerung der Lebensspanne gesunder Erwachsener.
NAD-Studien zeigen dieselbe Unterscheidung. NR und NMN können NAD-bezogene Metaboliten beim Menschen konsistent verändern, während die Verbesserung des Glukosestoffwechsels, der Muskelfunktion, der Gefäßleistung und anderer Parameter im Zusammenhang mit der gesunden Lebensspanne inkonsistent bleibt. [24–27]
Epitalon zeigt ein Translationsproblem aus einer anderen Perspektive. Das Peptid kann Telomererhaltungswege in kultivierten Zellen beeinflussen, aber zwischen dem Telomertest in Fibroblasten und einer Verlängerung der menschlichen Lebensdauer besteht nach wie vor eine große Lücke.
DSIP zeigt ähnlich, dass selbst ein direkter Einfluss auf die schlafbezogene Physiologie nicht unbedingt zu einer klinisch nutzbaren Behandlungsmethode für Schlafstörungen führen muss.
Der wissenschaftlich am besten begründete Vergleich von Langlebigkeitsverbindungen trennt daher:
Beeinflussung des mechanistischen Ziels
oder
physiologischen Verbesserung
oder
klinischen Nutzen
oder
Verbesserung der gesunden Lebenserwartung
oder
der Lebensverlängerung.
Diese Ergebnisse sind nicht austauschbar.
Häufig gestellte Fragen zu Epitalon, DSIP, SS-31 und NAD+
Ist DSIP besser als Epitalon für den Schlaf?
DSIP hat mehr direkte Schlafforschungen am Menschen, da in kontrollierten Studien die Latenzzeit, die Schlafeffizienz und die Parameter einzelner Schlafstadien nach der Verabreichung von DSIP gemessen wurden [3–5]. Die Studien waren jedoch klein, und spätere Arbeiten zeigten, dass der klinische Nutzen gering oder von begrenzter Bedeutung war. Die Studien zu Epitalon sind indirekter und konzentrieren sich hauptsächlich auf Melatonin und die Regulation des circadianen Rhythmus und nicht auf kontrollierte Ergebnisse bezüglich Schlaflosigkeit.
Der Vergleich hängt also von der Bedeutung des Wortes „besser” ab. DSIP hat eine direktere Historie der Schlafforschung, aber keines dieser Peptide wurde als moderne zugelassene Behandlung für Insomnien anerkannt. DSIP hat zudem keinen bestätigten Rezeptor, keine validierte Wirkeintrittszeit beim Menschen und keine nachgewiesene Äquivalenz zwischen dem historisch verwendeten intravenösen Weg und Produkten, die für andere Verabreichungswege beworben werden.
Erhöht DSIP zuverlässig den Tiefschlaf?
Es gibt keine schlüssigen Beweise beim Menschen, die zeigen, dass natives DSIP den Tief- oder Slow-Wave-Sleep zuverlässig erhöht. Einige Studien berichteten über Veränderungen der Gesamtschlafzeit oder des NREM-Schlafs, aber eine kontrollierte Studie zeigte, dass die Zunahme hauptsächlich das Stadium 2 betraf, nicht jedoch die Stadien 3 und 4. Die Ergebnisse von Studien an Ratten bezüglich phosphoryliertem DSIP beziehen sich auf ein chemisch modifiziertes Analog und können die Wirkung von nativem DSIP beim Menschen nicht bestätigen. [3–5]
Senkt DSIP den Cortisolspiegel?
Nicht auf vorhersehbare Weise gemäß den verfügbaren Beweisen. Human- und Tierstudien deuten darauf hin, dass DSIP unter bestimmten experimentellen Bedingungen die Regulation von ACTH, Cortisol oder Corticosteron beeinflussen kann, bestätigen jedoch weder eine zuverlässige cortisol senkende Wirkung noch einen klinisch validierten Mechanismus zur Stressbehandlung. [17]
Wie hoch ist die Halbwertszeit von DSIP?
Eine validierte Eliminationshalbwertszeit im menschlichen Plasma wurde nicht ermittelt. Der häufig zitierte Wert von etwa 15 Minuten stammt aus dem Abbau des Peptids in einem In-vitro-System mit Hirngewebe und nicht aus einer pharmakokinetischen Studie am Menschen. Er kann nicht als klinische Richtlinie für den Zeitpunkt oder die Häufigkeit der Anwendung herangezogen werden.
Ist Phospho-DSIP dasselbe wie DSIP?
Nein. Phospho-DSIP ist ein durch Phosphorylierung an Position Ser7 modifiziertes DSIP. In ausgewählten Studien an Ratten rief es schlafbezogene Wirkungen hervor, aber natives DSIP und Phospho-DSIP sind getrennte Forschungsinterventionen. Beweise für eine Form sollten nicht automatisch auf die andere übertragen werden.
Kann man Epitalon und DSIP kombinieren?
Es wurde keine valide, von Fachkollegen begutachtete Studie identifiziert, die die Kombination aus Epitalon und DSIP bewertet. Ihre unterschiedlichen Forschungsprofile bieten möglicherweise eine theoretische Begründung für die Untersuchung einer solchen Kombination, aber es gibt keine gesicherten Beweise bezüglich Synergie, des optimalen Verhältnisses, besserer Schlafergebnisse, pharmakokinetischer Verträglichkeit oder der langfristigen Sicherheit der Kombination.
Verlängert DSIP das Leben?
Es wurde keine Verlängerung der menschlichen Lebensdauer durch die Anwendung von DSIP nachgewiesen. Seine historischen Hauptuntersuchungen betreffen den Schlaf, die Elektrophysiologie, die neuroendokrine Signalübertragung und verwandte physiologische Funktionen und nicht kontrollierte Ergebnisse hinsichtlich der Langlebigkeit. Seine Präsenz in modernen Diskussionen über „Langlebigkeitspeptide” sollte daher nicht als Beweis dafür interpretiert werden, dass es das menschliche Leben verlängert.
Ist SS-31 dasselbe wie Elamipretid?
Ja. SS-31 ist ein Entwicklungsname, der häufig mit dem auf Mitochondrien ausgerichteten Peptid in Verbindung gebracht wird, das heute als Elamipretid bekannt ist. Sein am besten bekannter Mechanismus umfasst Cardiolipin und die mitochondriale Bioenergetik, und im Jahr 2025 erteilte die FDA die beschleunigte Zulassung für Elamipretid für eine spezifische Indikation im Zusammenhang mit dem Barth-Syndrom. [18,23]
Hat SS-31 eine nachgewiesene Anti-Aging-Wirkung?
Nein. Elamipretid verfügt über eine umfangreiche Basis an mitochondrialen Studien am Menschen und eine zugelassene Indikation beim Barth-Syndrom, wurde jedoch nicht als Anti-Aging-Therapie oder Methode zur Verlängerung des menschlichen Lebens anerkannt. In einer Studie mit älteren Menschen wurde eine akute Verbesserung der mitochondrialen Energiekapazität der Skelettmuskulatur festgestellt, was einen mechanistischen, physiologischen Endpunkt darstellt und keinen Beweis für ein langsameres Altern oder eine Lebenszeitverlängerung. [22]
Ist NAD+ ein Peptid?
Nein. NAD+ ist Nicotinamidadenindinukleotid, ein Dinukleotid-Cofaktor, der am zellulären Redox-Stoffwechsel und der Signalübertragung beteiligt ist. Es unterscheidet sich chemisch und biologisch von Epitalon, DSIP und Elamipretid. Die Mehrheit der modernen Humanstudien zur „NAD-Erhöhung” untersuchte Vorläufer wie NR und NMN und keine Peptidverbindungen.
Hat NAD+ eine bessere Studienlage als Epitalon?
NAD-fokussierte Ansätze, insbesondere NR und NMN, verfügen über eine umfangreichere moderne klinische Humandatenlage und stärkere Beweise hinsichtlich der Veränderung NAD-bezogener Biomarker. Epitalon weist spezifische zelluläre Nachweise in Bezug auf Telomerase und Telomere auf, jedoch deutlich weniger moderne klinische Studien. Keine dieser Evidenzbasen belegt eine Verlängerung der menschlichen Lebensspanne oder eine klinisch bewiesene allgemeine Anti-Aging-Wirkung.
Ist Endoluten dasselbe wie Epitalon?
Nein. Epitalon ist ein chemisch definiertes Tetrapeptid AEDG. Endoluten wird im Allgemeinen als ein aus der Zirbeldrüse stammender niedermolekularer Peptidkomplex beschrieben und nicht als ein einzelnes definiertes Peptid. Die mit Epitalon oder dem älteren Zirbeldrüsenpräparat Epithalamin gewonnenen Beweise sollten nicht automatisch als direkte Beweise für Endoluten betrachtet werden.
Welches mit Langlebigkeit verbundene Peptid ist das stärkste?
Keiner der hier besprochenen Peptide hat eine allgemeine Verlängerung der menschlichen Lebensspanne gezeigt. Elamipretide verfügt über die stärksten konventionellen Evidenzen hinsichtlich der klinischen Entwicklung, diese beziehen sich jedoch auf mitochondriale Erkrankungen und nicht auf Langlebigkeit. Epitalon weist charakteristische zelluläre Studien im Zusammenhang mit Telomeren auf, während DSIP direkte, aber schwache historische Evidenzen bezüglich des menschlichen Schlafs aufweist. Die Bedeutung des Begriffs „am stärksten” hängt somit von dem verglichenen Ergebnis ab.
Wirken Epitalon, DSIP, SS-31 und NAD+ zusammen besser?
Dies wurde nicht festgestellt. Diese Verbindungen beeinflussen verschiedene biologische Systeme, aber theoretische Komplementarität beweist keine Synergie. Um eine bessere Wirkung der Kombination zu bestätigen, müssten kontrollierte Studien jede Intervention mit der Kombination vergleichen und gleichzeitig Pharmakokinetik, Sicherheit und vorab festgelegte Ergebnisse bewerten.
Einschränkungen bei Vergleichen von Langlebigkeitspeptiden
Die erste Einschränkung ist die Kategorie selbst. Epitalon, DSIP und Elamipretid sind Peptide, aber NAD+ ist keines, während Endoluten besser als Peptidkomplex denn als einzelnes Molekül mit einer definierten Sequenz beschrieben wird. Ihre Zusammenfassung unter der Bezeichnung „Langlebigkeitspeptide” spiegelt eher das moderne Verhalten von Suchmaschinennutzern als eine chemische Klassifizierung wider.
Eine weitere Einschränkung ist die Diskrepanz der Endpunkte. Epitalon-Studien konzentrieren sich auf Telomere und die Biologie der Zirbeldrüse; DSIP-Studien konzentrieren sich auf den Schlaf; Elamipretid wirkt direkt auf die mitochondriale Bioenergetik; während Studien zu NAD-Vorläufern metabolische und mit NAD zusammenhängende Ergebnisse messen. Der Vergleich dieser Verbindungen ausschließlich auf der Grundlage der Anzahl der Publikationen, ohne zu berücksichtigen, was tatsächlich gemessen wurde, kann zu falschen Schlussfolgerungen führen.
Die dritte Einschränkung ist der Unterschied zwischen Biomarkern und klinisch relevanten Endpunkten. Epitalon kann Telomere in kultivierten Zellen beeinflussen, NR und NMN können den Spiegel von NAD-bezogenen Metaboliten erhöhen, Elamipretid kann die mitochondriale Funktion beeinflussen und DSIP kann bestimmte Schlafparameter verändern. Keines dieser Ergebnisse beweist automatisch ein langsameres biologisches Altern.
Die vierte Einschränkung betrifft das Alter und die Qualität der Evidenz. DSIP ist ungewöhnlich, da es direkte klinische Studien am Menschen gibt, von denen viele jedoch in den 1980er Jahren mit sehr kleinen Stichprobengrößen durchgeführt wurden. Die Literatur zu Epitalon umfasst viele ältere Studien und eine erhebliche Konzentration von Arbeiten aus dem Forschungsnetzwerk von Khavinson. Elamipretide verfügt über ein moderneres Programm randomisierter klinischer Studien, während die Studien zu NAD-Vorläufern umfangreich, aber heterogen sind.
Im Fall von DSIP schränken Verabreichungsweg, Formulierung und molekulare Form die Interpretation zusätzlich ein. Historische intravenöse Studien können moderne intranasale, orale oder subkutane Produkte nicht untermauern, und Ergebnisse zu phospho-DSIP oder modifizierten Analoga können nicht als Beweis für natives DSIP herangezogen werden. Das Fehlen moderner pharmakokinetischer Programme, von Formulierungstudien, Dosierungsbereichsstudien und Langzeitsicherheit lässt erhebliche Unsicherheiten bestehen, selbst dort, wo ältere Nachweise biologischer Aktivität verzeichnet wurden.
Die fünfte Einschränkung ist die Indikationsspezifität. Die FDA-Zulassung von Elamipretid beim Barth-Syndrom stellt zwar einen wichtigen Meilenstein in Bezug auf die Evidenz dar, lässt sich jedoch nicht auf gesunde Personen übertragen, die mitochondriale oder auf Langlebigkeit bezogene Effekte suchen. Ebenso wenig lässt sich die Forschung zu NR oder NMN, die eine Wirkung auf ein biochemisches Ziel zeigt, in den Beweis umwandeln, dass eine direkte NAD+-Infusion das Leben verlängert.
Die sechste Einschränkung betrifft Endoluten. Such- und Produktterminologie bringen es oft mit Epithalamin und Epitalon in Verbindung, trotz wesentlicher Unterschiede in der chemischen Definition und der Evidenzzuordnung. Bis von Fachkollegen begutachtete, für Endoluten spezifische Studien das Material nicht klar charakterisieren und unabhängig bewerten, ist bei Behauptungen, die von anderen Präparaten übernommen wurden, Vorsicht geboten.
Schließlich fehlen Beweise für Kombinationen praktisch gänzlich. Suchanfragen zu Epithalon + DSIP oder multikomponentigen Longevity-Stacks spiegeln das Interesse der Nutzer wider, nicht jedoch etablierte Protokolle. Die Vielfalt der Mechanismen mag die Untersuchung von Kombinationen rechtfertigen, kann jedoch direkte Studien zu diesen Verbindungen nicht ersetzen.
Schlussfolgerungen
Epitalon, DSIP, SS-31/Elamipretid, NAD+ und Endoluten nehmen sehr unterschiedliche Positionen in der Alterns- und Langlebigkeitsforschung ein. Zu den charakteristischen Belegen für Epitalon gehören Telomerase, Telomere, die Biologie der Zirbeldrüse und experimentelle Alternsstudien. DSIP war Gegenstand direkter Schlafstudien am Menschen, aber die berichteten Vorteile waren inkonsistent und wurden oft als klinisch gering eingestuft. Elamipretid verfügt über das stärkste konventionelle klinische Entwicklungsprogramm und eine derzeit von der FDA zugelassene Indikation, die sich jedoch speziell auf das Barth-Syndrom und nicht auf das Altern bezieht. NAD+-gerichtete Interventionen, insbesondere NR und NMN, verfügen über die umfangreichste aktuelle Biomarker-Literatur beim Menschen, während klinisch relevante Anti-Aging-Effekte ungewiss bleiben. Endoluten hat eine weitaus weniger eindeutig zuzuordnende Peer-Review-Datenbasis als das chemisch definierte Epitalon.
Die erweiterte Evidenzbasis bezüglich DSIP führt zum selben Schluss. Historische Studien zeigen biologische und schlafbezogene Aktivität unter bestimmten Bedingungen, bestätigen jedoch keine wiederholbare Wirksamkeit bei der Behandlung von Insomnietypen, keinen bestätigten Rezeptormechanismus, keine validierte Halbwertszeit beim Menschen, keine vorhersehbare Cortisolsenkung und keine Verlängerung des menschlichen Lebens. Bei der Interpretation der Literatur sollten die Ergebnisse zu intravenösem DSIP, Phospho-DSIP und modernen, nicht zugelassenen Produkten separat betrachtet werden.
Am wichtigsten ist, dass keiner dieser Stoffe eine Verlängerung der normalen menschlichen Lebensdauer gezeigt hat. Die stärksten Beweise betreffen spezifischere Ergebnisse – Schlafmessungen im Falle von DSIP, mitochondriale Erkrankungen und Bioenergetik im Falle von Elamipretid, NAD-bezogene Biomarker im Falle von NR/NMN sowie zelluläre Telidi-Mechanismen im Falle von Epitalon.
Aus diesem Grund lautet die wissenschaftlich sinnvollere Frage nicht: „Welches Langlebigkeitspeptid ist das beste?”, sondern: „Welcher Wirkstoff hat direkte Belege für den spezifischen biologischen oder klinischen Endpunkt, um den es geht?”.
Haftungsausschluss
Der Artikel dient ausschließlich Bildungs- sowie wissenschaftlich-informatorischen Zwecken und stellt keine medizinische Beratung, Dosierungshinweise, therapeutische Empfehlungen, Ratschläge zur Produktauswahl oder Anwendungsempfehlungen für Epitalon, DSIP, SS-31/Elamipretid, NAD+, Endoluten oder eine Kombination dieser Verbindungen dar. Ihre Evidenzbasen unterscheiden sich erheblich, und präklinische, zelluläre oder auf Biomarkern basierende Ergebnisse sollten nicht als Beweis für eine Anti-Aging-Wirkung oder lebensverlängernde Wirkung beim Menschen interpretiert werden. Elamipretid hat eine spezifische von der FDA zugelassene Indikation für bestimmte Patienten mit Barth-Syndrom, und dies sollte nicht auf gesundes Altern oder Langlebigkeit verallgemeinert werden. Die in der zitierten Literatur beschriebenen experimentellen Dosierungen und Verabreichungswege stellen Forschungsdetails dar und keine Anweisungen zur Selbstverabreichung.
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